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Handwerkskonjunktur im II. Quartal 2020

Stabil - aber mit vielen Fragezeichen

Die Handwerkskonjunktur im II. Quartal 2020

Flensburg / Lübeck

Im Frühjahr präsentierte sich das schleswig-holsteinische Handwerk trotz „Corona“ konjunkturell stabil. Allerdings belastete dieses Thema die Wirtschaftsentwicklung in der Mehrzahl der Gewerbegruppen. Die Folgen auf den weiteren Konjunkturverlauf im Jahr 2020 bleiben somit schwer einschätzbar.

Landesweit überwogen beim Blick auf das Gesamthandwerk laut Umfrageergebnis der beiden Handwerkskammern in Lübeck und Flensburg die positiven Rückmeldungen. 50 % sprachen von einem guten, 32 % von einem befriedigenden und 18 % von einem schlechten II. Quartal. Im Vergleich zum II. Quartal des Vorjahres (Geschäftslagedaten: 62, 31 und 7 %) machte sich eine nennenswerte Abschwächung bemerkbar. Vor allem die Tatsache, dass im zurückliegenden Quartal die Gesamtkonjunktur nahezu ausschließlich von den unverändert guten Werten im Bereich des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes getragen wurde, zeigt die angespannte Situation.

Die zahlreichen Auflagen, Berufsausübungsverbote oder – beschränkungen der vergangenen drei Monate sorgten dafür, dass bei allen anderen Gewerbegruppen per Saldo die Negativmeldungen zur Geschäftslage die Beurteilungen „gut“ bzw. „befriedigend“ überwogen. Im Gesamthandwerk war somit auch ein leichter Rückgang beim Umsatz und Auftragseingang zu verzeichnen. Erfreulicherweise bewiesen die Handwerksbetriebe im Land trotz der zum Teil angespannten wirtschaftlichen Situation große Treue zu ihren Beschäftigten. Die Mitarbeiterzahl blieb nahezu konstant.



 
 

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Ausblick

Vom III. Quartal erwarten die Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein eine leichte Konjunkturbelebung. Zumindest erwarten 24 % eine Verbesserung, 63 % keine Veränderung und 13 % eine Verschlechterung. Während vor allem beim Bauhaupt- und Ausbaugewerbe keine wesentliche Veränderung der guten Situation erwartet wird, schauen die übrigen Gewerbegruppen tendenziell wieder etwas positiver in die Zukunft. Diese Zuversicht wird sicher durch die schrittweisen Lockerungen genährt, die auch dazu führen, dass die die Umsätze und der Auftragseingang wieder leicht steigend erwartet werden.

Ein Konjunkturniveau wie zu Zeiten vor Corona scheint aber in weiter Ferne, denn die tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen des Corona bedingten Lockdowns sind zurzeit noch nicht absehbar. Zudem verheißt die jüngste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch nichts Gutes. Der zu beobachtende Anstieg der Arbeitslosenquote in Folge von Insolvenzen und Mitarbeiterentlassungen dürfte kurz- bis mittelfristig auch die Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Dienstleistungen erreichen. Hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung im Handwerk bleiben somit viele Fragezeichen.



 
 

Handwerkskammerbezirk Lübeck

  • 45 Prozent der Betriebe berichteten über eine gute
  • 34 Prozent über eine befriedigende und
  • 19 Prozent über eine schlechte Geschäftslage

Die nennenswerte Abschwächung im Vergleich zum Vorquartal (II. Quartal 2019: 58 % gut, 34 % befriedigend, 8 % schlecht) wurde insbesondere durch die „schlechten“ Quartalsbeurteilungen aus dem Kfz-Handwerk (bei 45 % der Betriebe), dem Nahrungsmittelhandwerk (bei 33 %) und dem Handwerk für den gewerblichen Bedarf (bei 27 %) verursacht. Auch die Negativmeldungen aus dem Gesundheitshandwerk und im personenbezogenen Dienstleistungshandwerk lagen noch über dem Durchschnitt des Gesamthandwerks. Zum Vergleich: beim Bauhauptgewerbe sprachen allein 71 % von einer guten Geschäftslage, beim Ausbaugewerbe immerhin noch 60 %.

 

 

Information:

Handwerkskammerbezirk Lübeck:
Städte Kiel, Lübeck, Neumünster, Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn

Handwerkskammerbezirk Flensburg

Im Kammerbezirk Flensburg urteilten die Betriebe über ihre Geschäftslage zum Jahresbeginn wie folgt:

  • 54 Prozent "gut"
  • 28 Prozent "befriedigend“
  • 18 Prozent „schlecht“

Auch hier kühlte sich das Konjunkturklima im Vergleich zum Vorjahr merklich ab (II. Quartal 2019: 69, 26 und 5 %). Für Positivmeldungen zeigten sich im Berichtsquartal auch hier das Bauhauptgewerbe (Geschäftslagenbeurteilung: 77,17 und 6 %) und das Ausbauhandwerk (67, 27 und 6 %) verantwortlich. Die übrigen Gewerbegruppen wiesen eine zum Teil deutliche Verschlechterung zum I. Quartal auf. Lediglich das Kfz-Handwerk (21, 58 und 21 %) konnte sich noch ganz gut behaupten.

 

Information:

Handwerkskammerbezirk Flensburg:
Stadt Flensburg und die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland





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