Wirtschaftsausschuss tagt in der Handwerkskammer Flensburg
Am Mittwoch empfing die Handwerkskammer Flensburg den Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss des Landes Schleswig-Holstein zu einem intensiven und offenen Austausch. Im Zentrum des Treffens standen die wirtschaftliche Lage des regionalen Handwerks, Strategien zur Fachkräftesicherung sowie die zentrale Bedeutung einer starken beruflichen Ausbildung. Auch der geplante Neubau des Bildungszentrums in Rendsburg wurde vorgestellt.
Zusammenarbeit zwischen Politik und Handwerk
Jörn Arp, Präsident der HWK Flensburg, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Politik in seiner Begrüßung. „Gerade niedrigschwellige und vergleichsweise kostengünstige Maßnahmen wie die Praktikumsprämie und die Meistergründungsprämie entfalten eine enorme Wirkung im Handwerk“, so Arp. Gleichzeitig machte er auf bestehende Herausforderungen aufmerksam. So lägen die Kosten der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) inzwischen zu 55 Prozent bei den Betrieben – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. „Hier braucht es stärkere Unterstützung durch Land und Bund. Wenn die Belastung weiter steigt, wird das Auswirkungen auf die Ausbildungsbereitschaft haben“, betonte Arp.
Stimmung und Lage des regionalen Handwerks
Hauptgeschäftsführer Björn Geertz gab im Anschluss einen Überblick über Aufgaben, Struktur und aktuelle Themen des Kammerbezirks: „Das Handwerk steht stabil da – aber die Stimmung ist schlecht.“ Gründe seien unter anderem steigende Kosten in vielen Bereichen, viel Bürokratie im Betriebsalltag sowie politische Ankündigungen, die später nicht umgesetzt würden. Auch das Thema Schwarzarbeit und illegale Handwerksausübung blieb nicht unerwähnt. Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Raissa Gröschl machte deutlich: „Es kann nicht sein, dass regelkonform arbeitende Betriebe im Nachteil sind. Wir geben die uns vorliegende Hinweise weiter, und versuchen möglichst eng mit den für die Untersagung zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten.“ Auch hier brauche es ein klares Bekenntnis des Landes. Der Austausch zeigte deutlich, wie wichtig der kontinuierliche Dialog zwischen Politik und Handwerk ist, um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe in Schleswig-Holstein zu sichern.