@A&H-Annewanter und Hansen IngenieurDienstleistungen GmbH
Ein Neubau muss her
Der Neubau des Bildungszentrums in Rendsburg nimmt Gestalt an. Björn Geertz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg, spricht im Interview darüber, warum die Investition sich lohnt und wie Auszubildende und Betriebe profitieren.
Warum braucht die Handwerkskammer ein neues Bildungszentrum?
Björn Geertz: Viele der bestehenden Bildungszentren und Werkstätten sind in die Jahre gekommen. Sie entsprechen nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen und auch die Räumlichkeiten machen eine Umgestaltung schwierig. Eine Sanierung wäre aufwendig und selbst dann wären die Gebäude nur mit Einschränkungen nutzbar. Mit dem Neubau schaffen wir moderne und flexible Werkstätten, die unseren aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht werden.
Was bedeutet der Neubau für die Auszubildenden?
BG: Die Auszubildenden bekommen Zugang zu bestens ausgestatteten Werkstätten und damit auch zu modernen Maschinen und Technologien. Viele Gewerke entwickeln sich technisch schnell weiter. Im Bereich SHK geht es heute zum Beispiel immer mehr um digitale Steuerungen, Wärmepumpen und moderne Energietechnik. Mit dem Neubau können wir auf Veränderungen in den Gewerken reagieren und neue Ausstattung viel schneller anschaffen und so vielen Auszubildenden wie möglich zur Verfügung stellen. So lernen die Auszubildenden genau das, was später im Betrieb gebraucht wird und darüber hinaus. Und: Gute Ausbildung braucht eine passende Lernumgebung, das ist ein wichtiger Faktor, um junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern.
Welche Herausforderungen sind mit dem Neubau verbunden?
BG: Die Zentralisierung bedeutet für einige Auszubildende weitere Wege – das ist uns bewusst. Deshalb bieten wir Übernachtungsmöglichkeiten im Gästehaus an und achten darauf, dass der Aufenthalt bezahlbar bleibt. Am Ende wird sich der Aufwand jedoch lohnen: Die Jugendlichen profitieren von modernen Werkstätten und einer hochwertigen Ausbildung.
Warum werden Werkstätten im Kammerbezirk zusammengeführt?
BG: Manche Gewerke, etwa die Tischlerei, sind sehr teuer in der Ausstattung und im Betrieb. Maschinen sind wartungsintensiv und müssen immer wieder modernisiert werden. Statt mehrere halbausgelastete und halbwegs gut ausgestattete Werkstätten im Land zu betreiben, bündeln wir alles an einem Standort. So erhöhen wir die Auslastung, sichern Qualität und halten die Kosten im Griff. Und: Nur so können wir moderne Technik überhaupt finanzieren.
Warum wurde der Standort Rendsburg ausgewählt?
BG: Rendsburg liegt zentral im Kammerbezirk, ist gut erreichbar und direkt an den ÖPNV angebunden. Es gibt ausreichend Parkplätze und ein Gästehaus mit rund 190 Betten, nur etwa zehn Minuten zu Fuß entfernt. Die Stadt unterstützt das Projekt sehr und das Gelände ist optimal für uns. Besser hätten wir es im Kammerbezirk kaum treffen können.
Wie wird das neue Bildungszentrum gebaut?
BG: Wir setzen auf ein sehr flexibles Gebäudekonzept. Die Werkstätten sind gleich hoch, breit und modular aufgebaut. Mit wenigen Handgriffen können Räume umgestaltet oder erweitert werden, wenn sich Berufe oder Ausbildungsschwerpunkte verändern. Containerlösungen für Lager, Werkzeug und Ausbilderbüros ermöglichen eine hohe Flexibilität ohne teure Umbaumaßnahmen.
Spielt Nachhaltigkeit beim Neubau eine Rolle?
BG: Ja, dieses Gebäude soll schließlich langfristig, energieeffizient und gut funktionieren. Geplant sind moderne Wärmepumpen, große Photovoltaikflächen, begrünte Dächer, Regenwassernutzung und eine energieeffiziente Bauweise. Es soll ein funktionales, gut gedämmtes Gebäude ohne Luxus entstehen, das alles bietet, was eine moderne und nachhaltige Bildungsstätte braucht.
Was ist das Ziel der Handwerkskammer mit diesem Neubau?
BG: Wir wollen die berufliche Ausbildung im Kammerbezirk zukunftsfähig machen: technisch, räumlich und wirtschaftlich. Dafür brauchen wir moderne, flexible und bezahlbar zu betreibende Werkstätten. Das sichert langfristig die Ausbildungsqualität und hilft dabei, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen. Davon profitieren auch die Betriebe. Der Neubau ist eine Investition in die Zukunft und ein klares Bekenntnis zu unserem Nachwuchs.
Mit dem Neubau können wir
viel besser auf Veränderungen
in den Gewerken reagieren.