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Robert Kneschke - stock.adobe.com

Unbesetzte Lehrstellen im Handwerk

Ausbildungsbilanz 2020: Weniger neue Lehrverträge im Handwerk

Durch die Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr auch im schleswig-holsteinischen Handwerk viele Lehrstellen unbesetzt geblieben. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist nach wie vor hoch.

LÜBECK/FLENSBURG, 4. März 2021

Das Handwerk in Schleswig-Holstein musste im vergangenen Jahr einen Rückgang bei der Zahl der neu eingetragenen Lehrverhältnisse hinnehmen. Aus der jetzt vorgelegten Schlussbilanz der Handwerkskammern Lübeck und Flensburg geht hervor, dass beide Kammern zum Stichtag 31.12.2020 insgesamt 5.811 neue Lehrverträge verzeichneten. Das sind 426 Verträge weniger als im Jahr zuvor und damit ein Minus von 6,8 Prozent.

„Das Minus ist natürlich ein Rückschlag für das Handwerk. In den Vorjahren ist es uns gelungen, unsere Ausbildungszahlen stabil zu halten und sogar leicht zu steigern. Dieser positive Trend wurde jäh durch Corona gestoppt“, kommentiert Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, die Bilanz. Stamer betont allerdings auch, dass es dank großer Anstrengungen in der Nachwuchsgewinnung gelungen sei, einen noch weiteren Rückgang der Zahl neuer Lehrverträge zu verhindern. „Wir haben schnell auf die Ausweitung eigener digitaler Aktivitäten und Angebote in der Berufsorientierung gesetzt und konnten so viele Jugendliche und deren Eltern auch in der Krisensituation erreichen. Wichtig war und bleibt, den jungen Menschen aufzuzeigen, dass eine Ausbildung im Handwerk etliche Perspektiven bietet und sie bei uns wirklich gebraucht werden“, so Stamer.

Die Entwicklung in den einzelnen Handwerksberufen verlief äußerst unterschiedlich.

Beachtenswert ist, dass auch in einigen traditionell zahlenstarken Ausbildungsberufen deutlich weniger Lehrverträge abgeschlossen werden konnten als noch 2019. So starteten im Jahr 2020 in Schleswig-Holstein 736 Kfz-Mechatroniker mit ihrer Ausbildung, 85 weniger als im Vorjahr. Auch die Elektroniker (Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik) verlieren im Vergleich zu 2019, wenn auch nicht ganz so deutlich: 604 Lehrverträge wurden im Jahr 2020 abgeschlossen, 2019 waren es 638. Bei den Friseuren setzte sich der Negativtrend der letzten Jahre fort. 236 neue Lehrverträge wurden abgeschlossen, 35 weniger als 2019. Besonders ausgeprägt war der Rückgang auch bei den Bäckerei-Fachverkäufern, wo 2020 nur 162 Lehrverträge unterzeichnet wurden – 2019 waren es noch 237. Aber es zeichneten sich auch positive Entwicklungen ab. Die Zimmerer gewinnen mit 378 neuen Lehrverträgen 14 im Vergleich zu 2019 hinzu (Vorjahr: 364). Und auch die Tischler können mit 353 Neuverträgen ein kleines Plus von 9 Verträgen verbuchen (Vorjahr: 345). 

Für die Ausbildung 2021 stehen die Handwerksbetriebe in den Startlöchern.

Rund 1.000 freie Lehrstellen sind bereits in den Lehrstellenbörsen der beiden schleswig-holsteinischen Handwerkskammern eingetragen. „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist groß. Unsere Betriebe möchten ausbilden und das auch und gerade in Corona-Zeiten“, sagt Kammerpräsident Stamer. Jugendliche, die jetzt nicht ausgebildet werden, würden in wenigen Jahren fehlen. „Das wird die angespannte Fachkräftesituation im Handwerk nochmals verschärfen“, so Stamer. Er appelliert daher sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Schülerinnen und Schüler, die Unterstützungsangebote der Kammern zu nutzen. „Wir stehen unseren Mitgliedern bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen zur Seite. Und wir sind für die jungen Leute da – mit Informationen, Kontakten zu Betrieben und einem offenen Ohr für alle Fragen rund um die Ausbildung und Berufsorientierung.“

Freie Ausbildungsplätze:

www.hwk-luebeck.de/lehrstellenboerse
www.hwk-flensburg.de

Ausbildungsberatung:

Handwerkskammer Lübeck: 0451 1506-0
Handwerkskammer Flensburg: 0461 866-0

 

Ansprechpartnerin:

Anja Schomakers
Pressesprecherin

Telefon 0451 1506-191
Telefax 0451 1506-180
aschomakers@hwk-luebeck.de

Handwerkskammer Lübeck
Breite Straße 10/12
23552 Lübeck
info@hwk-luebeck.de
www.hwk-luebeck.de 



 

Ansprechpartnerin:

Andrea Scheffler
Pressereferentin

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Andreas Haumann

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