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Handwerksorganisationen

Die Handwerksorganisation steht heute auf zwei Säulen: Handwerkskammern und Innungen. Ihre Wurzeln reichen bis zu den Zünften im Mittelalter zurück.

Handwerkskammern in Deutschland

Bundesweit gibt es insgesamt 53 Handwerkskammern. Als gesetzliche Vertreter des Handwerks übernehmen sie die Selbstverwaltung dieses Wirtschaftsbereichs. Daher besitzen Handwerkskammern den Status einer ‚Körperschaft des öffentlichen Rechts‘.

Das bedeutet: Im Auftrag des Staates erfüllen sie zentrale Aufgaben im Sinne ihrer Mitglieder. Hieraus leitet sich für selbstständige Handwerker die gesetzliche Mitgliedschaft in der für sie zuständigen Handwerkskammer ab.

Auch die inneren Strukturen der Handwerkskammern sind vom Gesetzgeber vorgegeben. Besonderes Kennzeichen ist das Miteinander einer ehrenamtlichen und einer hauptamtlichen Führungsebene – oft als ‚doppelte Führungsspitze‘ bezeichnet.

Kreishandwerkerschaften

Fach- und berufsspezifisches Wissen vor Ort

Kreishandwerkerschaften setzen sich aus allen Innungen einer Stadt, eines Landkreises oder einer bestimmten Region zusammen. Ihre Aufgabe ist es, in ihrem jeweiligen Bezirk die Gesamtinteressen des selbständigen Handwerks und des handwerksähnlichen Gewerbes sowie die gemeinsamen Interessen ihrer angeschlossenen Handwerksinnungen wahrzunehmen.

Innungen

Die Innungen sind Zusammenschlüsse der einzelnen Handwerksberufe. Sie vertreten berufsspezifische Belange und fördern gemeinsame gewerbliche Interessen der Innungs-Mitglieder. Auch bei der Lehrlingsausbildung wirken die Innungen mit. Die Mitgliedschaft bei einer Innung ist freiwillig. <In der Organisationsstruktur des Handwerks sind sie auf Kreisebene angesiedelt.>

Sowohl bei den Handwerkskammern als auch bei den Innungen gibt es Zusammenschlüsse auf Landes- und Bundesebene, wie den Landeshandwerksrat in Schleswig-Holstein und den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin auf Seiten der Handwerkskammern.

Das Handwerk – Geschichte und Kultur

Das Handwerk ist einer der ältesten Wirtschaftsbereiche mit einer eigenen kulturellen Entwicklung. Seine Tradition ist reich an Werten und Erfahrungen, die Orientierung für Gegenwart und Zukunft geben.

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Handwerkskultur verbindet Tradition und Fortschritt und schafft Beständigkeit in einem permanenten Wandlungs- und Erneuerungsprozess.

Gelebte Handwerkskultur

Diese ganz besondere Kultur sichert nicht nur den betriebswirtschaftlichen Erfolg, sondern führt zu einem Handwerk, das mehr ist als der Bereich der ökonomischen Wertschöpfung. Kultur beginnt beim Umgang mit sich selbst, der Familie, den Mitarbeitern, den Freunden und bezieht die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft und der Umwelt sowie das Streben nach der Qualität der Arbeit und die Weitergabe des Wissens und Könnens mit ein.

Individuelle Qualität

Handwerkliche Produkte zeichnen sich durch hohe Qualität und Individualität aus. Dabei spielt die Pflege traditioneller Werte ebenso eine Rolle, wie die Anwendung neuer Techniken oder eine künstlerisch-avantgardistische Gestaltung.

Besonders deutlich kommt die Kultur des Handwerks in den gestaltenden Handwerksberufen zum Ausdruck. Insbesondere das zeitgenössische Kunsthandwerk hat sich zu einem facettenreichen Berufsstand entwickelt, in dem Kunst, Handwerk und Bereiche des Designs zu einer Einheit verschmolzen sind.