Kammerpräsidenten Arp (links) und Stapelfeldt (rechts) freuen sich über den Bescheid aus den Händen von Ministerpräsident Torsten Albig (mitte)

© Steffen Müller Fotografie

Betrüger am Telefon - "CEO" bitten um Überweisung

erstellt am 8. August 2017

Flensburg - Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor einem bundesweiten Betrugsphänomen, das unter dem Namen „Chefmasche“ bekannt ist. Die Täter geben sich dabei als Chef oder Geschäftsführer („CEO“-chief executive officer) einer Firma aus. 

Tätigen Sie niemals Zahlungsanweisungen ins Ausland ohne eine ganz besondere Überprüfung und Absprache mit der Geschäftsleitung.

Die Vorgehensweise folgt dem folgenden Muster:

  1. Die Täter gehen zur Betrugsvorbereitung akribisch vor. Informationen zu Firmen werden auf der Homepage oder in öffentlich zugänglichen Medien recherchiert. Soziale Netzwerke, wie Facebook, werden nach Informationen zum Betrieb und Mitarbeitern durchforstet.
  2. Die Täter legen ihr Augenmerk insbesondere auf Angaben zu Geschäftspartnern im In- und Ausland.
  3. Überweisungsberechtigte Mitarbeiter werden durch geschickte und verschleierte Kommunikation per E-Mail oder Telefon lokalisiert. Die Täter verwenden hierbei verfälschte E-Mail-Adressen, welche auf den ersten Blick aussehen wie die echte Adresse des Geschäftsführers, und verschleierte Telefonnummern.
  4. In der Regel wird die Abwesenheit der Geschäftsleitung genutzt, um einen Überweisungsvorgang anzustoßen. In einer anderen Variante übersenden Betrüger auch frei erfundene Rechnungen angeblicher Geschäftspartner per E-Mail an Mitarbeiter der Buchhaltung.
  5. Die Absender erwecken den Anschein, die E-Mails stammten vom Geschäftsführer der betroffenen Firma. Der vermeintliche Geschäftsführer fordert die Buchhaltungsmitarbeiter auf, die beigefügte Rechnung eines angeblichen Geschäftspartners dringend zu überweisen.
  6. Die Mitarbeiter werden nun darum gebeten, eine fünf- bis achtstellige Summe ins Ausland zu überweisen.

Das BKA rät allen Unternehmen dringend, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinsichtlich dieses Betrugsphänomens zu sensibilisieren. Bei ungewöhnlichen Zahlungsanweisungen sollten die Mitarbeiter – vor Veranlassung der Zahlung – folgende Schritte durchführen:

Schutz vor Betrugsmasche

  1. Überprüfen Sie die E-Mails auf Absenderadresse und korrekte Schreibweise.
  2. Überprüfen Sie Zahlungsaufforderungen unbedingt über Rückruf oder schriftliche Rückfrage            beim genannten Auftraggeber.
  3. Verwenden Sie bei der Beantwortung/Rückfrage und Überprüfung aber nicht die angegebene            Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Absenders.
  4. Halten Sie Rücksprache mit der Geschäftsführung oder dem Betriebsinhaber/in oder Ihrem direkten Vorgesetzten.
  5.  Achten Sie darauf, welche Informationen über Ihren Betrieb öffentlich sind bzw. wo und was
    Sie und Ihre Mitarbeiter im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen publizieren.
  6. Legen Sie klare Verhaltensregeln und interne Kontrollmechanismen für Ihre Finanzabteilung und Buchhaltung fest.
  7. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter hinsichtlich dieses Betrugsphänomens.
  8. Lassen Sie sich aufgrund der vorgegebenen Dringlichkeit nicht unter Druck setzen.
  9. Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten an Ihre örtliche Polizeidienststelle.