© Marina Lohrbach - Fotolia.de

Handwerkskonjunktur im IV. Quartal 2016

Jahresende ohne Eintrübung

Flensburg/Lübeck. Die Konjunktur im Handwerk lässt sich aktuell durch nichts erschüttern und weist eine bemerkenswerte Stabilität auf. Dies gilt auch für das IV. Quartal des letzten Jahres, das im Ergebnis das herausragende  III. Quartal betätigte. Insgesamt beurteilten landesweit 55 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage mit „gut“, 40 Prozent mit „befriedigend“ und lediglich 5 Prozent mit „schlecht“. Beflügelt durch das Weihnachtsgeschäft mit den positiven Impulsen besonders für die konsumnahen Handwerke legten vor allem die Umsätze im IV. Quartal zu. Die Beschäftigtenzahl blieb auf dem Niveau des III. Quartals. 


Die Ergebnisse aus den Kammerbezirken

Das Handwerk im Kammerbezirk Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster; Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn) bestätigte das herausragende Ergebnis des Vorquartals. 53 Prozent der Betriebe sprachen von einer guten, 41 Prozent von einer befriedigenden und 6 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Das Ausbauhandwerk (Geschäftslagenbeurteilung: 67 Prozent „gut“, 30 Prozent „befriedigend“, 3 Prozent „schlecht“) und auch das Bauhauptgewerbe (60, 36 und 4 Prozent)  legten im Herbst-Quartal sogar noch leicht zu.  Die deutlichste Steigerung gegenüber dem Vorquartal  verzeichneten die Nahrungsmittelhandwerke (61, 31 und 8 Prozent). Minimal schwächer als im Vorquartal fiel das Ergebnis bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf aus (43, 55 und 2 Prozent). Das Gesundheitsgewerbe vermeldete eine deutliche Erholung der Geschäftslage (44,  47 und 9 Prozent). Die Situation im Kfz-Handwerk verbesserte sich leicht und bestätigt den positiven Trend der letzten Zeit (35, 59 und 6 Prozent). Die Geschäftslage im personenbezogenen Dienstleistungshandwerk legte ebenfalls leicht zu (23, 50 und 27 Prozent), erzielte aber im Branchenvergleich das „schlechteste“ Ergebnis. 

Im Kammerbezirk Flensburg (die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland sowie die Stadt Flensburg) sprachen sogar 57 % von einer guten, 39 % von einer befriedigenden und nur 4 % von einer schlechten Konjunktur. Ähnlich wie im Kammerbezirk Lübeck überwogen in den Einzelbranchen ausnahmslos die positiven Konjunkturbeurteilungen.Auf gute Ergebnisse blickten auch hier das Bauhauptgewerbe (Geschäftslage: 40 Prozent „gut“, 57 Prozent „befriedigend“ und 3 Prozent „schlecht“) und das Ausbaugewerbe (70, 28 und 2 Prozent) zurück. Aber auch in den anderen Branchen wurden zum Teil sehr gute Konjunkturergebnisse erzielt. Dies trifft vor allem auf das Kfz-Gewerbe (80,20 und 0 Prozent), das Personen bezogenen Dienstleistungsgewerbe (60,40 und 0 Prozent), die Nahrungsmittelhandwerke (67,22 und elf Prozent) sowie das Gesundheitsgewerbe (60,20 und 20 Prozent) zu. Über das - aber auch nur im  Vergleich zu den anderen Branchen - „schlechteste“ Ergebnis berichteten die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, deren Konjunkturdaten (33,56 und 11 Prozent) aber auch ein hohes Maß an geschäftlicher Zufriedenheit widerspiegelten.



Ausblick

Vom Beginn des Jahres 2017 erwartet das Handwerk keine wesentliche Veränderung des Geschäftsklimas. Für das I. Quartal erwarten 67 Prozent der befragten Betriebe eine Konjunktur wie im Berichtsquartal. 17 Prozent glauben an eine weitere Belebung, 16 Prozent an eine Verschlechterung gegenüber dem IV. Quartal 2016. Da sich auch zukünftig am Konsum- und Investitionsverhalten der Verbraucher nichts ändert wird, scheint dies angesichts der Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren auch für die weitere Entwicklung der Konjunktur im Handwerk zu gelten.