© Falk Heller

Handwerkskonjunktur im II. Quartal 2017

 Konjunktur im Handwerk weiterhin auf sehr hohem Niveau

10. Juli 2017

Lübeck / Flensburg

Die Handwerkskonjunktur in Schleswig-Holstein hat in den Frühjahrsmonaten noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. Haben im Vorquartal 44 Prozent der Befragten ihrer Geschäftslage die Note gut gegeben, so sind es im zweiten Quartal dieses Jahres bereits 56 Prozent. Als befriedigend werteten 38 Prozent ihre Geschäftslage, nur 6 Prozent bezeichneten sie als schlecht. 

Die besten Geschäftslageeinschätzungen kommen weiterhin aus dem Bauhauptgewerbe (60 Prozent „gut“, 36 Prozent „befriedigend“, 4 Prozent „schlecht“) und dem Ausbaugewerbe (67 Prozent „gut“, 28 Prozent „befriedigend“, 5 Prozent „schlecht“).

Deutlich zurückhaltender beurteilten das Nahrungsmittelhandwerk (24 Prozent „gut“, 64 „befriedigend“, 12 „schlecht“) und das Personen bezogene Dienstleistungshandwerk (40 Prozent „gut“, 48 „befriedigend“, 12 „schlecht“) ihre Lage. Im Vergleich zum Vorquartal verzeichnete das Handwerk insgesamt einen leichten Anstieg der Umsatz- und Auftragseingangszahlen.

Mehr als ein Viertel aller Betriebe berichtete außerdem über gestiegene Verkaufspreise. Auch die Beschäftigtenzahl legte insgesamt leicht zu. Lediglich das Investitionsverhalten verharrte auf dem Niveau des Vorquartals.

 Als größte Herausforderung bezeichnete Stapelfeldt die Sicherung des Fachkräftebedarfs. „Wir registrieren bei den Betrieben eine hohe Einstellungsbereitschaft. Viele Unternehmen stoßen angesichts hoher Auftragsbestände inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen und suchen daher neue Mitarbeiter“, so Stapelfeldt.

» Das Handwerk profitiert nach wie vor vom anhaltend guten Investitions- und Konsumklima. «

Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck

Die Ergebnisse aus den Kammerbezirken

Handwerkskammerbezirk Lübeck

Das Gesamthandwerk im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster; Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn) blickt auf das bisher beste II. Quartal eines Jahres seit Jahren zurück und beurteilte seine wirtschaftliche Situation im zurückliegenden Betrachtungszeitraum wie folgt: 
53 Prozent der Betriebe sprachen von einer guten, 39 Prozent von einer befriedigenden und 8 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Damit hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal die wirtschaftliche Situation im Kammerbezirk deutlich gebessert (Vergleichszahlen II. Quartal 2016: 44 Prozent „gut“, 47 Prozent „befriedigend“, 9 Prozent „schlecht“).

Nach einer leichten Eintrübung im I. Quartal konnte das Ausbauhandwerk am deutlichsten zulegen (63 Prozent „gut“, 30 Prozent „befriedigend“, 7 Prozent „schlecht“).

Das Bauhauptgewerbe verzeichnete erwartungsgemäß wegen der Witterung eine wesentliche Verbesserung der Geschäftslage (59, 37 und 4 Prozent).

Auch im abgelaufenen Quartal verzeichnete das Handwerk für den gewerblichen Bedarf wieder eine Steigerung (58, 34 und 8 Prozent). Im Gesundheitsgewerbe gab es bei der Geschäftslage nur leichte Veränderungen gegenüber dem Vorquartal (40, 52 und 8 Prozent). Das Nahrungsmittelhandwerk vermeldete eine merklichen Rückgang der guten Geschäftslage.

Trotzdem überwiegen die positiven Rückmeldungen (28, 61, 11 Prozent). Erfreulicherweise erholte sich die Situation im Kraftfahrzeughandwerk (33, 50 und 17 Prozent). Die Geschäftslage im personenbezogenen Dienstleistungshandwerk bildet zwar immer noch das Schlusslicht, sie konnte sich im Quartalsvergleich aber wieder verbessern (31, 50, 19 Prozent).

Information:

Handwerkskammerbezirk Lübeck:
Städte Kiel, Lübeck, Neumünster, Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn

Handwerkskammerbezirk Flensburg

Im Kammerbezirk Flensburg berichteten 61 Prozent über eine gute, 35 Prozent über eine befriedigende und nur 4 Prozent über eine schlechte Konjunktur. Damit wurde auch hier das Ergebnis des Vorquartals aber auch das des Vergleichsquartals des Vorjahres übertroffen.

Sämtliche Branchen weisen dabei deutlich positive Umfragewerte aus.

Das Ausbaugewerbe (Geschäftslagenbeurteilung: 71 Prozent „gut“, 26 Prozent „befriedigend“ und 3 Prozent „schlecht“), das Bauhauptgewerbe (61,34 und 5 Prozent), die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (52, 43 und 5 Prozent) und das Kfz-Gewerbe (60, 40 und null Prozent) profitieren dabei genauso vom anhaltend guten Investitions- und Konsumklima wie auch die Gesundheitshandwerke (43,57 und null Prozent) und das personenbezogene Dienstleistungshandwerk (56,44 und null Prozent). Die Nahrungsmittelgewerbe schnitten im Branchenvergleich am schlechtesten ab, wobei immer noch 86 Prozent der Betriebe mit der Geschäftslage insgesamt zufrieden waren: 14 Prozent nannten ihre Lage „gut“ und 72 Prozent „befriedigend“. 14 Prozent zeigten sich hingegen unzufrieden mit der Entwicklung des Quartals.

Information:

Handwerkskammerbezirk Flensburg:
Stadt Flensburg und die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland

Ausblick

Daran, dass sich die gute konjunkturelle Lage auch in den nächsten Monaten fortsetzt, glaubt der weitaus größte Teil der Betriebe. 22 Prozent der Unternehmen erwarten sogar noch eine Verbesserung der Geschäftslage im Folgequartal, nur 6 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Rund ein Viertel der Betriebe erwartet für das III. Quartal steigende Umsätze bei ebenfalls steigenden Preisen.