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Handwerkskonjunktur im I. Quartal 2017

Gute Stimmung und positive Erwartungen für die kommenden Monate

Lübeck/ Flensburg, 11. April 2017 – Die Stimmung im schleswig-holsteinischen Handwerk ist weiterhin gut. Im I. Quartal 2017 fiel sie zwar erwartungsgemäß etwas schwächer aus als im Vorquartal. Dennoch erreicht sie zu Jahresbeginn den höchsten Wert in einem 1. Quartal seit fünf Jahren. 

„Hohe Auftragsbestände, ein milder Winter und die nach wie vor hohe Nachfrage nach Handwerksprodukten und -dienstleistungen haben für einen erfolgreichen Jahresstart gesorgt“, sagt Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein anlässlich der Veröffentlichung der Konjunkturumfrage für die Monate Januar bis März. Insgesamt beurteilten landesweit 44 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als „gut“, 46 Prozent als „befriedigend“ und 10 Prozent als „schlecht“.

Die Ergebnisse aus den Kammerbezirken

Das Gesamthandwerk im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster; Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn) beurteilte seine wirtschaftliche Situation im zurückliegenden I. Quartal 2017 wie folgt: 41 Prozent der Betriebe sprachen von einer guten, 48 Prozent von einer befriedigenden und 11 Prozent von einer schlechten Geschäftslage (Vorquartal: 53 Prozent „gut“, 41 Prozent „befriedigend“, 6 Prozent „schlecht“). Die deutlichste Steigerung im Vergleich zum Vorquartal verzeichnete das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (48 Prozent „gut“, 48 Prozent „befriedigend“, 4 Prozent „schlecht“). Auch das Nahrungsmittelhandwerk konnte noch einmal deutlich zulegen (42, 58 und 0 Prozent). Das Bauhauptgewerbe verzeichnete zwar eine rückläufige Geschäftslage, konnte aber das beste jemals ermittelte Frühjahrsquartal verzeichnen (43, 51 und 6 Prozent). Nach dem überragenden IV. Quartal 2016 hat sich die Lage im Ausbauhandwerk etwas verschlechtert, sie liegt aber weiterhin auf einem Spitzenniveau (46, 42 und 12 Prozent). Im Gesundheitsgewerbe gab es bei der Geschäftslage kaum Veränderungen gegenüber dem Vorquartal (44, 39 und17 Prozent). Die Situation im Kraftfahrzeughandwerk trübte sich etwas ein (17, 72 und 11 Prozent). Schlusslicht bildet nach wie vor das personenbezogene Dienstleistungshandwerk; hier konnte sich die Geschäftslage im Quartalsvergleich aber mit 26 Prozent guten, 48 Prozent befriedigenden und 26 Prozent schlechten Beurteilungen insgesamt verbessern.

Im Kammerbezirk Flensburg (die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland sowie die Stadt Flensburg) berichteten 51 Prozent von einer guten, 40 Prozent von einer befriedigenden und 9 Prozent von einer schlechten Konjunktur. Damit entsprach das Ergebnis der Prognose für den Jahresbeginn, die kaum Veränderungen gegenüber dem sehr guten IV. Quartal erwarten ließ. Über alle Branchen überwogen sehr erfreuliche Konjunkturergebnisse. Einzig die Lebensmittelhandwerke (Beurteilung der Geschäftslage: 25 Prozent „gut“, 50 Prozent  „befriedigend“ und 25 Prozent „schlecht“) erreichten nicht ganz die Ergebnisse der übrigen Branchen. Am besten urteilten hierbei die Betriebe des Handwerks für den gewerblichen Bedarf (47 Prozent „gut“ und 53 Prozent „befriedigend“), das Ausbauhandwerk (64, 26 und 10 Prozent), das Bauhauptgewerbe (40, 53 und 7 Prozent) und die Gesundheitshandwerke (33 Prozent „gut“ und 67 Prozent  „befriedigend“) ihre Geschäftslage.

Ausblick

Das Handwerk profitiert ganz offensichtlich auch weiterhin vom guten wirtschaftlichen Umfeld. Nach Ansicht der Handwerksunternehmen wird die Konjunktur in den kommenden Monaten deutlich an Fahrt aufnehmen. Insgesamt 38 Prozent der Betriebe rechnen von April bis Juni mit einer besseren Geschäftslage, 59 Prozent mit einer zum I. Quartal vergleichbaren wirtschaftlichen Situation und nur 3 Prozent mit einer Verschlechterung. Überhaupt keine Verschlechterung erwarten das Bauhauptgewerbe und Kraftfahrzeughandwerk. 42 Prozent der Betriebe erwarten einen höheren Auftragsbestand und Umsatz, 17 Prozent rechnen mit steigenden Beschäftigtenzahlen.