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Handwerkskonjunktur im II. Quartal 2016

Höhenflug setzt sich fort

Flensburg/Lübeck. Nach dem guten Auftakt in das Jahr 2016 sorgten die Monate März bis Juni für einen weiteren konjunkturellen Schwung im Handwerk. Bei der Quartalumfrage, an der annähernd 500 Antwortbögen landesweit ausgewertet wurden, sprachen 49 % von einer guten, 44 % von einer befriedigenden und lediglich 7 % von einer schlechten Geschäftslage im Berichtsquartal. Damit wurden die guten Zahlen des Vorquartals noch einmal leicht übertroffen und auch gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres erbrachte die Umfrage eine leichte Steigerung. „Das Handwerk schwebt seit Jahren auf einem Konjunkturhoch. Das hat vor allem mit der Zinsentwicklung der letzten Jahre zu tun, die das Konsum- und Investitionsverhalten der Verbraucher maßgeblich beeinflusst hat und für volle Auftragsbücher sorgt“, betont der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein,  Jörn Arp. 


Die Ergebnisse aus den Kammerbezirken

Im Kammerbezirk Lübeck (Städte Kiel, Lübeck und Neumünster sowie die  Kreise Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg und Stormarn) urteilten die Betriebe über die wirtschaftliche Situation im II. Quartal wie folgt: jeweils 46 % sprachen von einer guten bzw. befriedigenden Geschäftslage, nur  8 % von einer schlechten. Damit legte die Konjunktur im Vergleich zum Vorquartal nochmals zu und übertraf auch die Erwartungen an das II. Quartal. Besonders gut fiel das Ergebnis im Bereich des Ausbauhandwerks aus (Geschäftslagenbeurteilung: 62 % „gut“, 33 % „befriedigend“ und 5 % „schlecht“). Auch das Bauhauptgewerbe urteilte überaus positiv (43 %, 52 % und 6 %). Die deutlichste Verbesserung gegenüber dem Vorquartal verzeichneten die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (43 %, 51 % und 6 %). Gute Quartalsergebnisse vermeldeten aber auch das Gesundheitsgewerbe (35 %, 59 % und 6 %), die Kraftfahrzeughandwerke (38 %, 48 % und 14 %) und die Nahrungsmittelhandwerke (33 %, 47 % und 20 %). Bei den personenbezogenen Dienstleistungshandwerken gab es dagegen kaum Veränderungen gegenüber dem Vorquartal (30 %, 48 % und 22 %).

Im Kammerbezirk Flensburg (Stadt Flensburg und die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland) berichteten  55 % über eine gute, 41 % über eine befriedigende und lediglich 4 % über eine schlechten Konjunktur. Auch hier wurde das Vorquartals- sowie das Vergleichsquartal des Vorjahres vom Ergebnis her übertroffen. Besonders gut beurteilten die Betriebe des Ausbaugewerbes (Geschäftslagenbeurteilung: 63 % „gut“, 32 % „befriedigend“ und 5 % „schlecht“) das II. Quartal, gefolgt vom Bauhauptgewerbe (56 %, 44 % und null %) und den personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe (55 %, 45 % und null %). Aber auch die übrigen Branchen blickten auf ein sehr erfreuliches Quartal zurück. Die Ergebnisse bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (50 %, 50 % und null %), den Kraftfahrzeughandwerken (100 % befriedigend“), den Nahrungsmittelhandwerken (37 %, 50 % und 13 %) sowie die Gesundheitshandwerke (50 %, 33 % und 17 %) unterstreichen den guten Gesamteindruck.


Ausblick

Die gute Stimmung dürfte dem Handwerk auch in Zukunft erhalten bleiben. Laut Prognose erwarten die Betriebe in Schleswig-Holstein auch im Sommerquartal (III.Quartal) eine leicht ansteigende Konjunktur. Immerhin 20 % der befragten Betriebe rechnen mit einer Konjunkturbelebung, 72 % mit einem vergleichbaren Ergebnis und lediglich 8 % mit einer Verschlechterung. Ausschlaggebend für diese Erwartungshaltung ist die prognostizierte Nachfrageentwicklung, die auf leichte Zuwächse setzt. Ähnlich wie im Berichtsquartal erwartet das Gesamthandwerk auch im Sommer einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahl. Auch ein Indiz für den Optimismus in die weitere Entwicklung der Konjunktur.