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Handwerkskonjunktur im I. Quartal 2016

Leichte Abschwächung  - optimistische Frühjahrsprognose

Flensburg/Lübeck. Die gute Konjunkturentwicklung im Handwerk hält an. Im I. Quartal des Jahres wurde erwartungsgemäß das Vorquartalsergebnis nicht ganz erreicht, dennoch lag das Ergebnis über den prognostizierten Erwartungen. „Nach wie vor ist die große Mehrzahl der Handwerksbetriebe zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Und dass selbst im Winterquartal die Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes auf ein gutes Quartal zurückblicken, hatte neben der guten Auftragslage natürlich mit der milden Witterung zu tun“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Jörn Arp. In der aktuellen Umfrage beurteilen landesweit 37 Prozent ihre Geschäftslage mit „gut“, 51 Prozent mit „befriedigend“ und 12 Prozent mit „schlecht“. Damit wurde ein nahezu identisches Ergebnis zum Vergleichsquartal des Vorjahres erzielt (Vergleichswerte I. Quartal 2015: 38, 50 und 12 Prozent) erzielt. Der im I. Quartal eines Jahres typische  Rückgang beim Umsatz hatte über alle Branchen gesehen kaum Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten. Auch der Auftragsbestand blieb im Berichtsquartal gegenüber dem Vorquartal nahezu konstant.

Die Ergebnisse aus den Kammerbezirken

Im Kammerbezirk Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster sowie die Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg und Stormarn) berichteten 35 Prozent der Betriebe über eine gute, 54 Prozent über eine befriedigende und 11 Prozent über eine schlechte Konjunktur. Damit lag man unter dem Ergebnis des Vorquartals. Lediglich das Gesundheitsgewerbe verzeichnete eine Verbesserung seiner Geschäftslage (GL) gegenüber dem Vorquartal an (GL: 49, 38 und 13 Prozent). Gute Ergebnisse verzeichneten auch das Bauhauptgewerbe (GL: 39, 57 und 4 Prozent) und das Ausbauhandwerk (GL: 40, 48 und 12 Prozent). Im personenbezogenen Dienstleistungshandwerk gab es kaum Veränderungen gegenüber dem IV. Quartal 2015 (GL: 32,  48 und 20 Prozent). Das Nahrungsmittelhandwerk berichtete im Berichtsquartal von einer leicht rückläufigen Geschäftslage (GL: 29, 65 und 6 Prozent). Etwas schwächer fiel das Ergebnis beim Handwerk für den gewerblichen Bedarf aus, wenngleich auch hier immer noch die positiven Bewertungen überwiegen (GL: 23, 63 Prozent und 14 Prozent). Auch das Kfz-Handwerk lag unterhalb des Vorquartalsergebnisses (GL: 13, 67 und 20 Prozent).

 Im Kammerbezirk Flensburg (Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland sowie die Stadt Flensburg) berichteten 42 Prozent der Betriebe über eine gute, 44 Prozent über eine befriedigende und 14 Prozent über eine schlechte Konjunktur. Auch hier wurde das Vorquartalsergebnis nicht ganz erreicht, bewegt sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Das spiegelt sich auch in den überwiegend positiven Bewertungen in den verschiedenen Branchen wider. Mit Ausnahme des Nahrungsmittelhandwerks, das nach dem traditionell umsatzstarken IV. Quartal leichte Einbußen verzeichnetet (GL: 0, 80 und 20 Prozent), überwogen bei den übrigen Branchen die positiven Bewertungen. Dies gilt auch für das Bauhauptgewerbe (GL: 34, 50 und 16 Prozent), dass von der milden Witterung im Winter profitierte. Ähnlich gut auch das Ergebnis beim Ausbaugewerbe (50,39 und 11 Prozent), die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (GL: 47,40 und 13 Prozent). Auch die die anderen Branchen kamen auf vergleichsweise gute Ergebnisse.  

Optimistischer Ausblick

Nach dieser leichten Abschwächung zu Beginn des Jahres nimmt die Konjunktur im Frühjahr laut Prognose wieder deutlich an Fahrt auf. Insgesamt 37 Prozent rechnen in den Monaten April bis Juni mit einer besseren Geschäftslage, 60 Prozent mit einer zum I. Quartal vergleichbaren wirtschaftlichen Situation und nur drei Prozent mit einer Verschlechterung. Das Handwerk profitiert ganz offensichtlich auch weiterhin vom guten wirtschaftlichen Umfeld. Die erneute Zinssenkung hält die Nachfrage nach Handwerksprodukten und -dienstleistungen auf unverändert hohem Niveau. Die gute Arbeitsmarktentwicklung und steigende Reallöhne tun ein Übriges, um die Konsum- und Investitionsbereitschaft der Verbraucher am Laufen zu halten.